Ohrakupunktur
Die Prinzipien der Ohrakupunktur sind von der klassischen chinesischen Ganzkörperakupunktur losgelöst.

Archäologische Funde haben gezeigt, dass die Ohrakupunktur in rudimentärer Form bereits in Persien, Ägypten, China und im alten Griechenland bekannt war. Die moderne Ohrakupunktur in der heutigen Form ist allerdings gerade erst ein halbes Jahrhundert alt und beruht auf die wissenschaftliche Forschungsarbeit des französischen Humanmediziners Dr. Paul Nogier.

Nogier fiel auf, dass einige seiner Patienten, die unter Ischiasschmerzen litten, laienhaft durch zugefügte Brandnarben im Ohr erfolgreich behandelt worden waren. Dabei handelte es sich stets um dieselben Punkten in der menschlichen Ohrmuschel. Nogier begann, eine wissenschaftlich medizinische Erklärung dafür zu suchen. Er entdeckte, dass alle Körperteile in der Ohrmuschel punktweise repräsentiert sind. Diese Ohrpunkte sind nicht individuell auf der Ohrmuschel projiziert, sondern stets an derselben Stelle zu finden. Ihre Empfindlichkeit auf äußere Reize ändert sich jedoch in Abhängigkeit einer akuten oder chronischen Störung im zugeordneten Körperteil. Dies lässt sich durch komplexe Nervenverschaltungen zwischen den einzelnen Körperregionen mit ihren zugeordneten Ohrpunkten erklären.

Nogier stellte außerdem fest, dass durch die Stimulierung der reaktiven Ohrpunkte das Schmerzempfinden am zugeordneten Körperteil gelindert bzw. komplett ausgeschaltet werden kann.

Nogiers Entdeckung wurde schnell in die traditionelle chinesische Medizin eingebaut, weswegen man häufig irrtümlicherweise dessen Ursprung in China, und nicht in Frankreich, zu finden glaubt.

Der wichtigste Einsatz der Ohrakupunktur ist sicherlich in der Diagnostik von Störfeldern im Körper und dessen Therapie. Auch in der Tiermedizin konnten inzwischen Ohrtafeln für verschiedene Tierarten erstellt werden, sodaß dieses Verfahren auch hier mit Erfolg eingesetzt wird.