Lichttherapie
Unter Photo- und Lichttherapie wird die Anwendung infraroter, sichtbarer und ultravioletter Strahlung zu Heilzwecken verstanden. Sie gilt als eine alte, neu entdeckte Behandlungsmethode. So berichtete bereits ein Arzt aus dem 2. Jhdt. v. Chr. namens „Areatus“, dass „Lethargiker in das Licht gelegt werden sollen und den Strahlen der Sonne exponiert werden sollen“. Zweitausend Jahre wurde der Einfluss des Lichts auf den circadianen Lebensrhythmus wiederentdeckt. In den achtziger Jahren stellten Psychologen fest, dass gewisse Formen von saisonal auftretenden Depressionen beim Menschen durch eine mangelhafte umgebende Lichtintensität verursacht wurde.
Auch beim Tier kann durch Lichtmangel der Schlaf-Wach-Zyklus gestört sein. Verhaltens- störungen und Schlafstörungen (cognitive Dysregulation) sind die Folge. Betroffen sind dabei meist Geriatriker (alternde Tiere), die während den Wintermonaten morgens und abends in der Dunkelheit herausgeführt werden und sonst nicht ins Freie gelangen. Die gemessene Helligkeit in den durchschnittlichen Wohnräumen am Abend liegt normalerweise unter 100 Lux, ein heller Büroraum ist mit ungefähr 400 Lux beleuchtet. Den positiven Einfluss auf den circadianen Rhythmus im Körper übt das Licht aber erst ab 10.000 Lux aus.
Auch chronisch kranke, nicht gehfähige Tiere, wie etwa nach einem operierten Bandscheibenvorfall oder einem Autounfall, sind die Zielgruppe dieser Behandlungstherapie.
Die Lichttherapie darf nicht als Dauertherapie eingesetzt werden. Bei Fragen im Rahmen der Behandlung wenden Sie sich bitte stets an Ihren betreuenden physiotherapeutischen Tierarzt.
Thermotherapie
Die Thermotherapie ist der kontrollierte Einsatz von Wärme oder Kälte zur Förderung der Heilung von bei einer traumatisch verursachten Verletzung oder einer chirurgischen Wunde. Die Wundheilung erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten oder Phasen, in deren Abhängigkeit die Zufuhr von Kälte- und/oder Wärme die Heilung fördern kann.
Die Kryotherapie (= Kältetherapie) führt zu einer sofortigen Schmerzlinderung durch die Herabsetzung der Nervenleitgeschwindigkeit sowie durch die Inaktivierung von körpereigenen Entzündungsbotenstoffen. Die Kälte löst die Verspannungen in den Muskeln und wirkt der Entstehung von Schwellungen entgegen.
Die Kryotherapie wird hauptsächlich eingesetzt bei akut einsetzenden Schmerzprozessen (Zerrungen und Prellungen nach Sportverletzungen; unmittelbar nach chirurgische Eingriffen) sowie bei der Exazerbation (Aufflammen) von Arthrosen.
Bei der Wärmetherapie kommt es zur vermehrten Durchblutung der Haut und – in Abhängigkeit der genutzten Wärmequelle - der darunter liegenden Muskulatur, was zur Lösung von Verspannungen und Verhärtungen in den Muskeln und somit zur Schmerzlinderung verhilft. Man setzt die Wärme zur Vorbereitung einer Massageeinheit, vor Dehnungsübungen und vor einer Traktion eines Gelenkes ein, denn Wärme setzt die bio- chemischen Vorgänge zur Be- schleunigung von Wundheilungs- prozessen in Gang. Die Kollagenfasern vorgewärmter Muskeln lassen sich effizient dehnen, wodurch die Kontraktionsfähigkeit der Muskeln optimiert wird.
In Abhängigkeit der gewählten Einwirkzeit bewirkt die Kryotherapie ebenfalls eine vermehrte Durchblutung des behandelten Gewebes (sogenannte reflektorische Hyperämie) und kann somit auch als Wärmetherapie eingesetzt werden.
Die Thermotherapie ist eine Behandlungstechnik, die Sie nicht ohne professioneller Einweisung an Ihrem Tier anwenden sollten, da sie, bei falscher Anwendung, mehr Schaden als Linderung zufügen kann. Im Zweifelsfall fragen Sie stets Ihren betreuenden physiotherapeutischen Tierarzt.