Massage
Klassische Massage

Die Massage ist eine der ältesten übermittelten Heiltechniken und wurde schon in China und Ägypten um 2600 v. Chr. eingesetzt. In der Antike setzte sie Hippokrates bei Sportlern zur Vorbereitung vor den Wettkämpfen ein.

Dr. Albert Hoffmann, ein Orthopäde aus dem 19. Jhdt, entwickelte die fünf klassischen Massagehandgriffe, wie sie heute noch therapeutisch eingesetzt werden, und verlieh ihnen französische Namen: Effleurage, Petrissage, Friktion, Vibration und Tapotement.

Die Massage kann entweder eine spannende oder eine entspannende Wirkung auf den Muskeltonus haben. Durch die neurovegetative Verschaltung der Muskulatur mit den inneren Organen, löst die Massage auch indirekt einen Effekt auf die Eingeweide aus, und kann somit die Durchblutung der Organe erhöhen und schmerzhafte Darmkrämpfe lösen.

Die Massage schwemmt überschüssige Gewebsflüssigkeit aus, regt die Harnproduktion an und erhöht die Durchblutung des massierten Gewebes. Der Schmerz wird gelindert nach dem Gate Control Prinzip, durch die Abführung von schmerzauslösenden Substanzen aus dem Gewebe sowie durch die Ausschüttung von körpereigenen Opiaten.

Therapeutisches Dehnen

Das Dehnen von Muskeln wird zur Kontrakturbeseitigung und zur Behandlung von Narben eingesetzt, wodurch das Bewegungsausmaß der Gelenke (Range Of Motion) mechanisch und langsam, nach mehreren Einheiten (ca. 8-10 Behandlungen) vergrößert wird. Das Dehnen ist eine schmerzafte, jedoch sehr effiziente therapeutische Maßnahme, und darf nur vom geschulten physiotherapeutischen Tierarzt, auf keinen Fall jedoch vom Besitzer des Tieres, durchgeführt werden.

Prophylaktisches Stretching

Im Gegensatz zur Dehnung hält man beim Stretching die jeweilige Extremität in vollständiger Protraktion bzw. Retraktion in endgradiger Stellung, d.h. keinesfalls über das vorhandene Bewegungsausmaß hinaus. Sie dient zur Vorbeugung von Muskelkontrakturen bei sportlich eingesetzten Tieren und kann dem Tierhalter als Heimprogramm beigebracht werden.




Manuelle Lymphdrainage

Bei der manuellen Lymphdrainage wird die Lymphbildung in der Haut angeregt. Ihr Ziel ist es, überschüssige Bindegewebsflüssigkeit (z.B. Ödem; Blut) über die aktivierten Lymphbahnen auszuschwemmen. Die verwendete Technik ähnelt einer Massage, ist aber kein Massagegriff, und erfolgt durch langsame, kreisende, mit der Hand oder Fingern durchgeführte Druckimpulse auf größere Lymphgefässe. In hartnäckigen Fällen reicht die manuelle Lymph- drainage jedoch alleine nicht aus, um einen dauerhaften thera- peutischen Erfolg zu erreichen.


Komplexe physikalische Entstauungstherapie
Die „komplexe physikalische Entstau- ungstherapie“ erfolgt unter tier- ärztlicher Leitung und ist die Kombination aus manueller Lymphdrainage, Kompressions- therapie, Bewegungstherapie mit Kompressionsverband und der Behandlung der betroffenen unterversorgten Haut. Therapeu- tische Indikationsbeispiele sind das primäre Lymphödem beim Hund sowie die Prophylaxe von Flüssigkeitsansammlungen an Kopf, Hals, Rumpf und Extremitäten nach einem Unfall oder einer Operation.