Orthopädie-Technik
Orthesen / Schienen

Orthesen (Schienen) sind technische Hilfsmittel, die außerhalb am Körper angelegt werden und zur Unterstützung bei Funktionsstörungen im Stütz- oder Bewegungsapparat eingesetzt werden. Beispielhafte Indikationen wären eine Orthese zur Korrektur der Fehlhaltung der Pfote nach einer Radialis- oder Peronaeuslähmung (siehe Abbildung), um dadurch Weichteilverletzungen und Verkürzungen der Beugesehnen vorzubeugen.

Beim Einsatz von beweglichen und arretierbaren Orthesen wird ein hypermobiles und schwaches Gelenk (z.B. bei Achillessehnen-Verletzungen) therapeutisch ruhiggestellt. Ein Gelenk, dessen Winkelung durch Verkürzungen von Bändern und Sehnen nicht mehr normal gestellt werden kann, wird mit Hilfe von einer Orthese mit Korrekturfunktion behandelt.
Sind die Schädigungen am Bewegungsapparat nicht mehr behebbar, dann dienen funktionsunterstützende Orthesen zur Vorbeugung weiterer sekundär auftretender Funktionsstörungen. esteve hilft bei der individuellen Planung, Entwicklung und Anpassung einer Orthese beim Tier und begleitet die Physikalische und Rehabilitative Therapie. Der Besitzer wird in das Behandlungsprogramm mit einbezogen und in die Pflege des Tieres und der Orthese eingewiesen.

Prothesen

In der Medizin ist eine Prothese ein Ersatz einer Gliedmaße, eines Organs oder eines Organteils durch ein künstlich geschaffenes, funktionell ähnliches Produkt. Sie kann innerhalb (z.B. Endoprothese beim künstlichen Hüftgelenk) oder außerhalb am Körper (sogenannte Exoprothese, Arm- bzw. Beinprothese) angelegt sein. esteve hilft bei der individuellen Planung, Entwicklung und Anpassung einer Exoprothese an den Gliedmaßen von Tieren.
Ob ein Tier eine Prothese tragen kann, hängt von vielen Faktoren ab, u.a. vom Alter und vom Temperament des Tieres, dem Zustand des Amputationsstumpfes und dem zu erwartenden finanziellen und Pflegeaufwand von Seiten des Besitzers. Dies muß ausführlich gemeinsam mit dem Besitzer, dem operierenden Tierarzt und dem Orthopädie-Techniker besprochen werden. Ist die Prothese dann angefertigt, begleitet esteve das Tier und sein Besitzer mit Hilfe eines physiotherapeutischen Programmes zur Angewöhnung an das Laufen mit der Prothese und zur Vorbeugung von Fehlstellungen. Der Besitzer wird in die Pflege des Ampuationsstumpfes und der Prothese eingeschult.

Biko® Hundeexpander

Der Hundeexpander besteht aus zwei elastischen Komponenten, die an das Brustgeschirr und an jeweils einer Hintergliedmaße des Hundes fixiert werden. Die Indikationen sind schmerzfreie Funktionsstörungen am Bewegungsapparat, bei denen die hinteren Gliedmaßen des Hundes nur noch mühsam vorgeführt werden können oder der Hund nur noch schwer in der Lage ist, aus eigener Kraft aufzustehen. Meistens handelt es sich dabei um neurologische Erkrankungen des Rückenmarks (z.B. degenerative Myelopathie), bei denen keine Heilung mehr zu erwarten ist.
Der Hundeexpander erleichtert das Abheben und Vorführen der Hinterpfoten und verbessert das Gangbild des Hundes. Durch die wiedergewonnene Mobilität steigt das Selbstbewußtsein des Hundes und seine Bereitschaft für aktive bewegungstherapeutische Übungen und Spaziergängen.
Die Besserung im Gangbild ist unmittelbar bei der ersten Anwendung zu erkennen, dennoch braucht der Hund ca. 2 Wochen Zeit, damit sich sein schwach gewordener Bewegungsapparat an das Gehen mit dem Hundeexpander gewöhnen kann.
Die Behandlung mit dem Hundeexpander ist nicht als isolierte Therapie, sondern als Ergänzung zu anderen medizinischen Therapieansätzen zu verstehen. Die vom Tierarzt gestellte Diagnose muss zum Einsatzgebiet des Hundeexpanders passen, da dem Tier sonst Schaden zugefügt werden kann. Die Angewöhnung des Hundes an dieses orthopädische Hilfsmittel bedarf daher einer tierärztlichen Betreuung wie bei esteve.

Gehhilfen / Rollwagen

Die Rollwägen und Gehhilfen sind ein therapeutisches Hilfsmittel bei Tieren, die sich aus eigener Kraft kaum bis gar nicht mehr fortbewegen können. Meistens sind es Erkrankungen, die die Funktion der Hintergliedmaßen beeinträchtigen, wie z.B. nach ein Bandscheibenvorfall, nach der Lähmung von peripheren Nerven oder aufgrund von schmerzhaften Arthrosen. Der Rollwagen alleine bewirkt jedoch keine Erholung von der Erkrankung, sondern er sollte im Rahmen einer intensiven physikalisch medizinischer Behandlung eingesetzt werden. Akzeptiert das Tier nämlich die künstlich erzeugte Bewegungsfreiheit, dann kann es passieren, dass es sein Interesse an einer aktiven Bewegungstherapie verliert.
Viele Erkrankungen, die den Einsatz eines Rollwagens notwendig machen, führen zusätzlich zu neurovegetativen Störungen, die eine gestörte Entleerung des Enddarms und der Harnblase verursacht. Ist diese Funktionsstörung reversibel, dann benötigt das Tier in dieser Erholungsphase eine intensive tierärztliche Betreuung.